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10x Klartext zur Energiestrategie 2050

Die Energiestrategie 2050 nimmt Formen an. Mit oder ohne neuem Energiegesetz. Ein Nein bei der Abstimmung vom 21. Mai 2017 bedeutet also nicht das Aus der Energiestrategie, wie oft behauptet wird. Elektra-Direktor Andreas Zimmermann über weitere Meinungen und Behauptungen – und seine klare Haltung dazu.

Andreas Schärer, 27.04.2017

Elektroauto

Die Energiestrategie 2050 kommt bei jungen Menschen gut an. Kein Wunder, sie profitieren am stärksten.
RichtigEin modernes Energiegesetz fördert eine nachhaltige, erneuerbare Stromproduktion. Damit entstehen in der Schweiz mittelfristig Arbeitsplätze in einer neuen, wachsenden Branche. Die Clean-Tech-Wirtschaft bietet attraktive Arbeitsplätze für die Zukunft. Und ja, die Jungen profitieren auch von einer langfristig höheren Lebensqualität, einer gesünderen Umgebung und einer von ausländischen instabilen Ländern unabhängigeren Energieversorgung.

Die Energiestrategie findet in Politik, Verbänden und Wirtschaft breite Unterstützung.
RichtigSie ist im Laufe der Zeit immer breiter geworden. Die Argumente sind zu überzeugend: Sogar anfängliche Kritiker haben inzwischen verstanden, dass die Zukunft der Stromproduktion – getreu dem Kampagnen-Motto des Bundesrats «sicher, sauber, schweizerisch» – nur erneuerbar sein kann.



Die Energiestrategie 2050 bringt speziell für Familien Mehrkosten.
RichtigEtwa 40 Franken pro Jahr bezahlen Familien künftig mehr. Sie erhalten allerdings gleichzeitig auch mehr Anreize und Möglichkeiten, ihre Energiekosten zu senken. Die Mehrkosten ergeben sich aus der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV), die im ersten Massnahmenpaket von 1,5 auf 2,3 Rp./kWh steigen wird. Weitere Kosten in der Höhe von rund 70 Franken pro Jahr könnten auf die Familien zukommen, wenn Smart Meter – intelligente Stromzähler – dereinst flächendeckend eingesetzt und ein aufwändiges Kundenportal aufgebaut werden müssten.

Bei einem Ja am 21. Mai 2017 profitiert die Elektra-Region.
RichtigWenn wir mehrheitlich regionale Produktion pushen, profitiert das Gewerbe von mehr Aufträgen. Die Wertschöpfung bleibt hier. Die Elektra arbeitet grundsätzlich mit lokalen Fachpartnern zusammen. Die Menschen profitieren von selbst produzierter Energie und grösserer Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Aber es geht nicht nur um die Region alleine: Sie wird zum Vorbild für die ganze Schweiz, denn ein Ausstieg aus der Kernenergie und ein Umbau zu nachhaltiger Energieversorgung und damit weg von fossiler Energie kann nicht falsch sein und beeinflusst die CO2-Belastung positiv.

Bei einem Nein muss die Elektra ihre Strategie ändern bzw. überdenken.
FalschGar nicht. Ein Nein würde unsere Strategie nicht beeinflussen. Wir beschreiten den eingeschlagenen Weg auch ohne neues Energiegesetz weiter – einfach ohne landesweite Koordination. Zudem ist der Umbau des Energiesektors unausweichlich. Gehen wir ihn später an, wird es wohl auch teurer werden.

Ein Ja am 21.5. ist für die Elektra ein positives Zeichen.
RichtigEin Ja würde uns den Rücken stärken. Wir hätten die ganze Schweiz auf demselben Weg als Begleitung und in einzelnen umstrittenen Fragen entstünde auch Rechtssicherheit.


PV-Anlagenbesitzer profitieren von einem Ja, da die KEV wieder zu einem Thema wird.
RichtigFalschDie KEV ist ein Dauerthema, mit oder ohne Energiegesetz. Die heute schon sehr langen Wartelisten werden auch in Zukunft kaum je abgebaut werden können. Aber ja, in einem bescheidenen Rahmen werden neue KEV-Mittel geschaffen. Damit rechnen sollten PV-Anlagen-Besitzer jedoch nicht. Ihr neues Solarkraftwerk muss sich selber rechnen: Die Erhöhung des Eigenverbrauchs ist hierbei ein zentrales Element.

Die Vergütung für die Rücklieferung resp. Einspeisung ins Elektra-Netz wird wieder steigen.

FalschAktuell bezahlt die Elektra für den ins Netz eingespeisten Strom mehr als den effektiven Marktwert. Realistisch betrachtet werden die Preise jedoch weiter sinken. Auch bei der Elektra werden sich daher die Preise für die Herkunftsnachweise (HKN) – von heute noch 3 Rappen (aktueller Marktpreis = 0,5 bis 1 Rappen) – tendenziell gegen 0 Rappen bewegen.

Auch Mieter profitieren.
richtigIn erster Linie profitieren Mieter von einer zuverlässigen, sicheren und zahlbaren Stromversorgung. Darüber hinaus haben sie noch die Gewähr, dass im Strommix ein beachtlicher Teil Schweiz resp. Elektra-Region drin steckt. Zudem werden neue Modelle wie beispielsweise Eigenverbrauchs-gemeinschaften ihnen künftig ermöglichen, eine PV-Anlage gemeinsam zu nutzen.

Der Bau neuer AKWs ist ausgeschlossen.
falschDas Problem sind die Kosten. Ohne massivste Förderung und Quersubventionierung kann es keine wirtschaftliche Lösung geben. Ein Beispiel dafür ist Hinkley Point in England. Der Subventionierte Strom ist teurer als die erneuerbare Energie. Wir brauchen aber bezahlbare und umweltfreundliche Lösungen auch für nachfolgende Generationen. Diese bietet die Energiestrategie 2050. Sie ist «enkeltauglich».

1  Kommentar

  • Bruno
    03.05.2017 13:50 Uhr

    Die Elektra trägt die Fahne einer nachhaltigen Energiezukunft. Gratuliere zu dieser Weitsicht!

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