Mit PV-Anlage und Salzbatterie zur Hälfte selbstversorgt
Christine und Christian Jenni stehen im Wintergarten und sind umringt von ihren Pflanzen. Die Natur und Umwelt ist dem Ehepaar wichtig. Deshalb haben sie ihre Solaranlage mit einer Salzbatterie kombiniert. Sie konnten damit ihren Eigenverbrauch deutlich steigert und versorgen sich heute zur Hälfte mit selbst produzierter Solarenergie.
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5 min
24.05.2022

Christine und Christian Jenni leistet ihren eigenen Beitrag zur Energiewende. Die Elektra hat Jennis auf dem Weg zur nachhaltigen Energielösung beraten und unterstützt.

Viele Pflanzen, ein riesiges Regenfass, Beete, Frühlingsblumen, zwei Kompostbehälter und einiges an Wiese: Wer sich auf dem Grundstück von Jennis aufhält, merkt rasch, dass da sehr naturverbundene Menschen leben. «Das stimmt, umweltbewusstes Handeln ist uns beiden sehr wichtig», bestätigt Christine Jenni die Vermutung.

Steter Ausbau bis zur Gesamtlösung

Das Ehepaar lebt nun seit fast vierzig Jahren in Fraubrunnen und hat das Haus im Lauf der Zeit energetisch optimiert. Die Erdsonden-Wärmepumpe beispielsweise stammt bereits aus den frühen Neunzigern. Weiter haben Jennis vor zehn Jahren die Fenster und Fassaden ost- und westseitig saniert, um unnötige Energieverluste zu vermeiden. Die jüngste Investition in ein nachhaltigeres Zuhause betrifft die Photovoltaik­anlage auf dem Dach – und eine Salzbatterie im Keller.

Auf dem Dach haben Jennis eine grosse Solaranlage, mit der sie ihren Energiebedarf zu 12 Prozent decken konnten. Dank der Salzbatterie liegt nun aber der Eigenverbrauch bei ca. 44 Prozent.

Ordentlich Strom vom Dach

Was Energietechnik betrifft, macht man Christian Jenni so schnell nichts vor. Der Elektroingenieur ist seit dreissig Jahren in der Mobil­kom­munikation tätig und wird diesen Sommer pensioniert. «Die Idee einer Solaranlage war schon länger in unseren Köpfen. Aber wir hatten noch etwas abgewartet, bis eine solche Anschaffung finanziell tragbar wurde.»

Im Jahr 2017 haben Jennis das Vorhaben dann unter der Gesamt­projekt­leitung der Elektra mit regionalen Partnern umgesetzt. Die Solaranlage hat eine Leistung von 9,8 Kilowatt-Peak und liefert jährlich etwa 12 Mega­watt­stunden Strom. «Bevor wir den Batterie­speicher angeschafft hatten, lag unsere Eigen­verbrauchs­quote bei rund 12 Prozent», sagt Christian Jenni. «Dank dem Speicher kommen wir auf etwa 44 Prozent, also fast die Hälfte unseres Bedarfs.»

Christian Jenni kann Produktion und Verbrauch auf einer App verfolgen.

«Mit den steigenden Energie­preisen ist es gut möglich, dass der Deckungs­beitrag künftig noch etwas höher ausfällt.»

Christian Jenni

Damit wirft die Anlage direkt und indirekt Geld ab: Die jährlichen Einsparungen an Energie und Netz­nutzungs­kosten, da selbstversorgt, plus die Rück­ver­gütung des Jenni-Stroms ins öffentliche Netz ergeben einen Wert von rund 1400 Franken. «Mit den steigenden Energie­preisen ist es gut möglich, dass der Deckungs­beitrag künftig noch etwas höher ausfällt.»

Salzbatterie: Auf Schweizer Produkt gesetzt

Einen möglichst hohen Direkt­verbrauch des eigenen Solar­stroms zu erreichen, ist wohl das Ziel jedes Besitzers einer Solar­anlage – im Falle von Jennis aber nicht um jeden Preis. «Mit einer Lithium-Ionen-Batterie stünden wir, was den Eigen­ver­brauchs­wert betrifft, um einiges besser da», sagt Christian Jenni. «Aber wir haben eine umwelt­freundlichere Variante bevorzugt.»

Bei Jennis im Keller steht eine Salz­batterie mit einer Kapazität von 15 Kilowattstunden. Ein Beispiel: Ist die Batterie voll, kann damit die Wärme­pumpe mit einer Leistung von 2,5 Kilowatt etwa 6 Stunden betrieben werden. Im Winter ist die Batterie jedoch kaum jemals voll­ständig geladen, da die Lade­fähigkeit einer Salz­batterie geringer ist als diejenige eines Lithium-Ionen-Stromspeichers.

Für Christine Jenni ist Nachhaltigkeit ein grosses Anliegen.

«Die Salz­batterie stammt aus der Schweiz. Das gibt uns zusätzlich ein gutes Gefühl.»

Christine Jenni

Christian Jenni erklärt: «Die Batterie besteht grob gesagt aus Salz, Nickel und Stahl. Seltene Erden sind nur in der Steuerung verbaut, nicht aber im Speicher.» Weiter ist die Batterie nicht brennbar, dafür gänzlich rezyklier­bar. Ehefrau Christine fügt an: «Nachhaltig­keit und Fair­trade sind uns ein wichtiges Anliegen. Die Salz­batterie stammt aus der Schweiz. Das gibt uns zusätzlich ein gutes Gefühl.» Ein weiterer Grund, der für eine Salz­batterie spricht, ist die ausgeprägte Lang­lebigkeit ohne nennens­werten Kapazitäts­verlust.

Das Ehepaar Jenni ist zu­frieden mit seinem PV-System samt Speicher. Von der Planung und Umsetzung mit der Elektra als Projekt­leiterin bis zum täglichen Gebrauch des selbst­produzierten Stroms: Alles in allem sei das eine sorglose Geschichte, sagen Christine und Christian unisono. «Immer wenn es die Situation erlaubt hat, haben wir in nachhaltige Systeme investiert», sagt Christian Jenni. «Ob sich das finanziell auszahlt, war nie unser Hauptkriterium.»

Titelseite Elektra Kundenmagazin ready, Ausgabe 2/22

Das Porträt über das Ehepaar Jenni ist Teil unseres Kundenmagazins ready, das vier mal im Jahr erscheint. Die gesamte Ausgabe finden Sie in unserem Newsroom.

Was Sie unter anderem darin vorfinden werden:

  • Der Ausbau an Photovoltaik muss zügig vorangehen. Dazu sind Investitionen und Innovationen nötig. Wir stellen einige spannende Ansätze vor.
  • Spannung pur verspricht die Infografik: Wie gelangt der Strom bis zur Steckdose – wir zeigen Ihnen den Weg!

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Autor Luk von Bergen
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